Dienstag, 24. Juni 2014



Zweiter & vorlaeufig letzter Abstecher ins oestliche Mittelmeer und wieder spielen Gewuerze eine besondere Rolle. Die sind’s auch, die die hier beschriebenen Sardinen von Edith’s frueher ‘mal gepostetem Rezept unterscheiden. Die Gewuerzkombo mag fuer Fisch etwas ungewohnt & forsch erscheinen, funktioniert aber ausgezeichnet. Die Idee fuer das Rezept kam aus ‘The Gaza Kitchen – A culinary journey through the Gaza strip’, tolles Projekt & schwere Kaufempfehlung, wenn jemand mal das Kochbuch in die Haende bekommen sollte: http://gazakitchens.wordpress.com/

Zu den Sardinen gab’s bei mir ‘deniz börülcesi’, das sich in der Tuerkei normalerweise in Meze-selektionen findet. Wuerde mich wundern, sollte das irgendwo in Oesterreich zu kriegen sein, obwohl es anscheinend eh rund um’s ganze Mittelmeer waechst. Auf Deutsch heisst es anscheinend ‘Salz-alant’ (noch nie gehoert), im Englischen ‘samphire’. Alternativ wuerde sich, denk’ ich, Mangold eignen (nicht zu Tode gekocht wie das an der kroatischen Kueste klassiche Blitva), sondern kurz in Olivenoel sautiert mit etwas Knoblauch, Chilli und Zitrone; oder ein Pilav mit Safran und/oder ein einfacher Salat.


Wichtig ist natuerlich auch, was man dazu trinkt. In der Tuerkei waer das Rakı (bzw. dessen Geschwister Ouzo, Arak, Pastis), dessen Anisaroma wirklich gut zu Fisch & Meeresfruechten passt und mit dem sich auch hervorragend kochen laesst (z.b. gebratene Garnelen damit abloeschen oder eine Fischsuppe mit einem Schuss Rakı wuerzen). Der vor kurzem Wien heimgesucht habende tuerkische Premierminister wuerde das als Fundamental-abstinenzler nicht besonders gutheissen, aber der empfaende ja schon eine Einladung zum Heurigen als Verschwoerung gegen seine eifernde Tugendhaftigkeit. Oesterreichischer Weisswein passt uebrigens auch ausgezeichnet, aber den krieg ich in Istanbul nur in Ausnahmefaellen.

Baharatlı Sardalyalar


1 Kilo frische, bereits geputzte Sardinen

3 Zehen Knoblach gehackt

1 Handvoll Frischer Thymian

1 EL Kreuzkuemmel (ganz)

1 EL Fenchelsamen (ganz)

1-2 frische rote Chilli oder Chilliflocken (oder tuerkischer pul biber)

Salz, Pfeffer

Etwas Mehl

Zitronen

Dille

Olivenoel

Sardinen innen & aussen mit Salz, frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und Zitronensaft wuerzen. Eine halbe Handvoll Thymianblaetter, Kreuzkuemmel, Fenchelsamen, Chilli und Salz & Pfeffer in einem Moerser zu einer Gewuerzmischung zerreiben. 2 Essloeffel Mehl und die Gewuerzmischung in einer Form vermischen & verteilen und die Sardinen im gewuerzten Mehl wenden. Ueberschuessiges Mehl abschuetteln.
Olivenoel in einer geraeumigen Pfanne erhitzen und die Sardinen auf beiden Seiten jeweils ein paar Minuten braten, bis sie eine schoene Farbe angenommen haben und knusprig sind. Kurz nach dem Wenden den gehackten Knoblauch und den restlichen Thymian zu den Sardinen geben, der Knoblauch darf ruhig etwas Farbe abbekommen, aber auf keinen Fall verbrennen. Die Fische auf einer vorgewaermten Platte anrichten, Zitronensaft drueberpressen, mit gehackter Dille bestreuen und mit Zitronenspalten servieren.
Afiyet olsun!





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