Sonntag, 25. September 2011



Wie jedes Jahr veranstaltete die Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau in Schönbrunn  unter der Leitung von Herrn DI Wolfgang Palme und Herrn DI Hans Kupfer ein Gemüse(raritäten)seminar der besonderen Sortimentstiefe. Spannend, lehrreich und sehr originell in der Auswahl der Vortragenden. Der Kreis der Besucher war mit ca. 50 Teilnehmern bewußt klein gehalten: Trendscouts großer Firmen, Spitzenköche, Ernährungsexperten, Raritätengärtner und Journalisten.
Den Einstieg machte Barbara van Melle mit einem Plädoyer für Slow Food  und die demnächst in Wien stattfindende Terra Madre  - eine Veranstaltung, bei der man die Produkte aus dem Projekt „Arche des Geschmacks“ kennenlernen kann.
Durch die Zusammenarbeit von Slow Food Austria, Arche Noah, Arche Austria und Bio Austria wurde das österreichische Archeprojekt vor Jahren ins Leben gerufen und es gibt mittlerweile über 20 Lebensmittel, welche sauber, fair und gut sind und eine regionale Tradition aufweisen. Beispiele dafür sind Bregenzerwälder Bergkäse, Weingartenpfirsich, Weingartenknoblauch, die Kerbelrübe und auch die Wiener Radieschensorte „Rote Riesen von Aspern“.
Über eine fast verwirrende Mannigfaltigkeit an Farben, Formen und Größen der Rettiche und Radieschen sprach DI Franziska Lerch von der Arche Noah. Und wir konnten bei der anschließenden Ausstellung 100!! verschiedene Sorten sehen, die von DI Hans Kupfer mit viel Liebe arrangiert wurden und alle im Zinsenhof der Versuchsstelle der Gartenbauschule Schönbrunn gezogen wurden. Sehr originell, bodenständig und leutselig war DI Wolfgang Zemanek vom Kräuterhof Zemanek in Fischbach, der eine kleine Landwirtschaft betreibt und vom Rübenanbau mit Kleinpferden statt Traktoren erzählte. Eine idyllische Vorstellung vom Bauer sein.

Besonders gelungen fand ich die anschließende Livevorführung der Künstlerin Mag. Lai ha leong Rohsmann und ihrer Schnitzkünste.

Anschließend gab es Kaffe und Rüben-Brioche in Kaiserin Sissis Frühstückszimmer (im sensationellen Originalzustand, sie ist hier immer für eine frisch warme Milch vorbeigeritten) und danach eine Verkostung der Rüben und Radieschenarten im kleinen Stadtgarten, wo man aus einem kleinen Acker mit Kindern und Schülern eine wahre Oase geschaffen hat: verschiedene Gemüseraritäten, Nützlingshotels und Weidenzäune.

Bei dem schönen Herbstwetter konnten wir die Abendsonne genießen und Rettichblüten, Sprossen und Radieschenarten verkosten.



Die Verdaulichkeit war freilich ein anderes Problem. Mein Bauch fühlte sich wie im 7. Monat einer Schwangerschaft an…. Dazu müßte man sich vielleicht noch etwas einfallen lassen.
Bei einem anschließenden Gemüseorchester spielten Musiker auf verschiedenen Gemüsearten eine originelle Idee und die Resonanz war dementsprechend positiv.
Den Abschluss bildete ein vom Geschmackspädagogen und Gemüsespezialitätenkoch Johann Reisinger zubereitetes Dîner. Köstliche Gerichte harmonisch fein abgeschmeckt mit ungewöhnlichen Kombinationen:

·     Gelbe Rübe mit Blauen Erdäpfeln
·     Rettich-Einkornmaki mit Lachs
·     Saure Rüben mit Bio-
     Schulterscherzl
·     Rettich-Apfeltarte mit Käse
·     Rettich-Mousse mit Dirndln

Insgesamt ein achtstündiger intensiver, abwechslungsreicher und spannender Diskurs über die „Rübe“, bei dem alle Sinne auf ihre Rechnung kamen!


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